In der Toskana wurde Ende des 13. Jahrhunderts die Lesebrille, welche als Sehhilfe für beide Augen auf die Nase gesetzt wurde, erfunden. Die ersten Brillen in Europa hatten noch keine Bügel und sie besaßen konvex geschliffene Linsen, die sich nur für weit- oder alterssichtige Menschen eigneten. Plankonvex geschliffene Edelsteine dienten nicht nur als Schmuck, sondern sie fungierten auch als vergrößerte Schaugläser. Der Vergrößerungseffekt von den plankonvex geschliffenen Edelsteinen wurde anfänglich nicht für das Lesen verwendet, sondern erst später erfolgte der Übergang zur Vergrößerung von Schriften.
Benjamin Franklin gilt als Erfinder der Bifokalbrille, dem Erfinder war es lästig geworden ständig seine Fernbrille gegen seine Lesebrille auszutauchen. 1784 kam Benjamin Franklin auf die Idee für das jeweils linke und rechte Auge Brillenlinsen mit einer entsprechenden optischen Wirkung zu montieren. Diese Konstruktion wurde Franklinglas genannt. Der Britische Astronom George Airy erfand 1825 die ersten Korrektionsgläser für eine Stabsichtigkeit (Astigmatismus). Die Brillenfassungen machten ebenfalls Forstschritte. 1727 baute der englische Optiker Edward Scarlett die erste Brillenfassung, bei der die Bügel über die Ohren verliefen. Diese Brillenfassungen waren allerdings anfangs nicht sehr erfolgreich und bis ins 20. Jahrhundert wurden Alternativen in Form von Lorgnon, Monokel oder Zwicker verwendet.
1912 entwickelte Moritz von Rohr (Carl Zeiss AG) zusammen mit H. Boegehold und A. Sonnefeld die asphärische Punktual-Linse, diese dominierte einige Jahre den Markt der Brillengläser. 1959 wurde in Frankreich das erste Gleitsichtglas mit der Bezeichnung Varilux auf den Markt gebracht.
Anfang der 80er Jahre gab es in Deutschland nur sechs Kunststoff-Fassungen für Erwachsene und für Kinder gab es lediglich nur zwei Kunststoff-Fassungen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernahmen die Kosten für die Kunststoff-Fassungen. Hierdurch entstand der Begriff Kassengestelle. Der Augenoptiker Günther Fielmann erkannte, dass die Kassengestelle nur wenigen Menschen gefielen und er schloss 1981 mit der AOK-Essen einen Sondervertrag ab. Günther Fielmann entwarf daraufhin 90 Modelle aus Kunststoff und Metall und es gab 640 verschiedene Varianten. Durch diesen Sondervertrag endete die Ära der Einheitsbrillen in Deutschland.
Bis heute ist nicht bekannt wer die erste Brille erfunden hat. Brillen sind heute auch als Sonnenbrillen, 3D-Brillen erhätlich und sie dienen als modische Accessoires.